Ausstellungen:
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Stuttgart - Cafe Merlin |
März 1998 | Ausstellung "Gebildertedichte" |
| Salzwedel - Stadt- und Kreisbilbliothek | April 1998 | Ausstellung "Le corbillard" im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Perspektiven einer eigenständigen, nachhaltigen und integrierten Regionalentwicklung" der Planungswerkstatt M-T-L in Salzwedel |
| Stuttgart - Clara-Zetkin-Haus | September 1999 | Ausstellung "Le corbillard" |
| Reutlingen - Kaffeehäusle | März 2000 | Ausstellung "Gebildertedichte" im Treffpunkt für Behinderte und Nichtbehinderte der Lebenshilfe |
| Tübingen - BRIO | Juni 2000 | Arbeiten in "Bildstaben" |
| Kusterdingen - Altes Rathaus | Dezember 2000 | Im Rahmen der Gemeinschaftssausstellung Kusterdinger Künstler |
| Tübingen - Sudhaus | Februar 2001 | Arbeiten in Aquarell, Laub und "Bildstaben" |
| Burg Posdreda (Slowenien) | Oktober 2001 |
Ausstellung "Heimatbilder." |
| Salzwedel - Mönchskirche | Dezember 2001 | Ausstellung
"Heimatbilder." Im Rahmen des regio21-Weihnachtsmarktes in Salzwedel |
| Aarau - Stollenwerkstatt (Schweiz) | Dezember 2001 | Gemeinschafts-Ausstellung
Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Bestehen der Stollenwerkstatt Aarau |
| Reutlingen - Kaffeehäusle | Februar 2002 | Einzelausstellung "Heimatbilder." |
| Rovaniemi (Finnland) | Mai-Juni 2002 | Ausstellung
"Heimatbilder." Im Rahmen des regio21-Marktes in Rovaniemi |
| Berlin - Cafe Rix | Sep-Okt 2002 | Ausstellung "Heimatbilder." |
| Tübingen - Sudhaus | Jan-März 2005 | Einzelaustellung "Bildstabet" |
| Plochingen - Cafe Steiner am Fluss | Feb-April 2006 | Einzelaustellung "Geburtstabet" |
| Reutlingen - Kaffeehäusle | Okt-Nov 2007 | Einzelausstellung "Gedichtstabet" |
| PforzheimGalerie Brötzinger Art | April - Mai 2008 | Ausstellung In Zusammenarbeit mit der "Deutsch-Finnischen Gesellschaft" |
| Plochingen - Cafe Steiner am Fluss | Aug - Okt 2008 | Ausstellung "Neue POEMArelle" |
| Esslingen - Haucks Bücher Café | Sep - Okt 2009 | Einzelausstellung POEMARelle.09 |
| Tübingen - Künstlerei im Sudhaus | Juni - Dez 2010 | POEMArelle.10 |
| Stuttgart - Augustinum | Mai 2011 | http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.zwei-nadeln-stechen-in-den-horizont.551b6c8e-33dd-4d9d-80 |
Stuttgarter Nachrichten16.05.2011 - aktualisiert: 16.05.2011 06:07 Uhr:
Riedenberg. Bilder ohne Kunst - Antoni Matysek zeigt seine "Poemarelle" in der Galerie des Augustinums. Von Martin Bernklau
Antoni Matysek sagt das lächelnd, in einer sanften, freundlichen, sehr
einnehmenden Art, und er meint das ganz und gar nicht provozierend, sondern
vollkommen ernst: "Ich interessiere mich nicht für Kunst. Ich habe auch gar
keine Ahnung von Kunst." Aber er macht Bilder, Gedichtbilder oder
Bildgedichte, "Poemarelle" eben. Wie er das macht, darüber gaben die
einführenden kunsthistorischen Worte von Thomas Hirth wenig Auskunft:
"gebrochene Wahrnehmung", "organisches Prinzip des Doppelten", "nicht glatt
und bequem", "Vermittlung ohne Ratio", "Vielfalt in stilistischer Einheit",
"hinterfragen". . . Das hilft alles nicht viel weiter.
Mehr Aufschluss gab da schon die ähnlich eigentümliche musikalische
Performance, die der vor 52 Jahren in Polen geborene, in Pforzheim
aufgewachsene Matysek gemeinsam mit der Rezitatorin Marion Oehler halb
improvisatorisch ins Werk setzte: mit einer akustischen Gitarre,
Knistergeräuschen wie von alten Schellack-Platten, Naturaufnahmen vom
Heumadener Waldrand mit Vogelstimmen und mit Loops, jenen gespeicherten und
in Schleifen abgespielten Aufnahmen des gerade Erklungenen, das dann
überlagert wird. Einfache Motive in einfacher, zuweilen auch widerborstiger
Rhythmik waren das, über meist stark dissonanten Harmonien, auch mit dem
Bogen gestrichen, geklopft, elektronisch sirenenhaft verfremdet.
Darüber erklangen dann Worte, vertraute und seltsam neue Worte, Sätze und
Satzfragmente ohne Sinn, zum Schluss auch in Kreuzreimen. Worte wie
"Birkenblüteninseln", jäh ein leises, nebensächliches "Fukushima"; ganze
Sätze wie "Ich habe zwei Nadeln, damit steche ich in den Horizont" oder
Bruchstücke wie "Ich ging schollen angst"; Reime wie "Süchte-Lichte". Sie
fanden sich aufmerksamen Betrachtern dann bildlich auf dem vorletzten der
Poemarelle auf der linken Seite wieder.
Antoni Matysek ist Naturkindergarten-Pädagoge, Musiker, Student der
Erziehungswissenschaften in Tübingen, Familienvater dreier kleiner Kinder,
kein Kunstmaler, aber Maler - früher großer, ornamentaler Formate,
inzwischen dieser Einheitswerke auf ungefähr im goldenen Schnitt geteiltem
Aquarellpapier mit Aquarellfarben, die aber unverwässert sind und wie
Buntstiftkritzeleien von Kinderhand wirken. Antoni Matysek zeichnet
beidhändig, blind, in einem kleinen abgedunkelten Atelier. Er dreht das
Blatt und schreibt, ebenfalls mit geschlossenen Augen, Worte in den unteren,
kleineren Teil. Alles wird danach mit teurem Gummi arabicum lasurartig
lackiert und trocknet schließlich auf der Wäscheleine zu schuppenartig
gesprungenen und gewellten Reliefen, die am Ende auf Holzrahmen gespannt
werden.
Seit vier, fünf Jahren wendet er dieses Verfahren an, bei dem er sich
konsequent und völlig dem Unterbewussten ausliefert. Matysek deutet Bezüge
an zu tiefenpsychologischen Erfahrungen, die am abtrünnigen Freudianer C. G.
Jung geschult sind und "langer Übung" bedürfen. Rund 1500 Arbeiten dieser
Art sind so inzwischen schon entstanden.
Nach der gut besuchten Vernissage ist Ausstellung von Antoni Matyseks "Poemarellen"
noch bis zum 10. Juni täglich zwischen 10 und 18 Uhrim Riedenberger
Augustinum, Florentiner Straße 20, zu sehen.